Der König

 

Friedrich Wilhelm I.Er gilt als „Preussens größter innerer König“, denn er hat mit seinem Weitblick den modernen preußischen Staat entworfen, und er hatte die Kraft und das Durchhaltevermögen, seine Vision in einer Art „Revolution von oben“ auch umzusetzen, wodurch ein armes, demoralisiertes Land in einer Generation gleichsam hundert Jahre in die Zukunft getrieben wurde.

Die Bezeichnung „Soldatenkönig“ ist zu einseitig: er hat auch eine ordentliche Verwaltung eingerichtet, sich erfolgreich um Landwirtschaft, Handwerk, Produktion und Handel gekümmert und ausländische Fachkräfte ins Land geholt und zu fleißigen und dankbaren Bürgern gemacht.

Friedrich Wilhelm I. wurde 1688 in Berlin geboren und erkannte schon als Junge, wie schlecht sein verschwendungssüchtiger, prunksüchtiger Vater Friedrich I. unter dem Einfluss von Hofschranzen regierte. Als er 1713 endlich König in Preußen wurde und hohe Schulden erbte, machte er fast alles radikal anders. Er verkaufte oder vermietete die meisten geerbten Schlösser und brachte die Ausgaben für den Hof auf 20% zurück.

Im Gegensatz zu seinen Vorfahren und den Herrschern in den Nachbarländern baute er kein einziges neues Schloss, sondern nur Nutzbauten.

Bis er dann 1730 seinen Prinzipien untreu wurde und sich in der Parforceheide bei Potsdam doch noch ein Jagdschloss bauen ließ. Es ist der einzige Bau, der nur ihm selbst dienen sollte.

Heute ist Friedrich Wilhelm I. weitgehend vergessen, aber vieles in der heutigen Bundesrepublik Deutschland ist immer noch so, wie er es damals ausgedacht und durchgesetzt hatte. Wer Deutschland verstehen will, sollte diesen Mann näher kennenlernen.

  • Jochen Klepper: Der Vater, Roman vom Soldatenkönig (1937) – als Taschenbuch lieferbar
  • Juniorchef macht alles anders – Geschichte mit anderen Augen betrachtet

Unter Ereignisse und Gedanken finden Sie diese Artikel über den König:

RUNDGANG → Die Jagd in der Parforceheide