Die Streuobstwiese

 
Streuobstwiese am Jagdschloss Stern

Das Backofengrundstück am Jagdschloss Stern war ursprünglich ein von einer Hecke umgrenzter königlicher Obst- und Gemüsegarten und soll wieder in Anlehnung hieran gestaltet werden. Der älteste in der Graphischen Sammlung der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg (SPSG) erhaltene „Situations Plan von dem Königlichen Jagdschloße im Stern genandt, nebst den dazu angränzenden Gebäuden und Gaerten“ von Bauinspektor Voß aus dem Jahr 1812 zeigt das von einer Hecke umzäunte Grundstück mit der Bezeichnung „Garten mit einer Hecke begrenzt, so königlich ist.“

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„Garten mit einer Hecke begrenzt, so königlich ist.“ Quelle: SPSG

 

Auszug aus einem Lageplan von 1899 (Quelle: SPSG)

Auszug aus einem Lageplan von 1899 (Quelle: SPSG)

Dass auf der königlichen Tafel immer auch frisches Obst sowie aus Früchten hergestelltes Mus und Konfekt zu finden war, ist durch erhaltene Küchenzettel und Berichte von Zeitgenossen belegt.

Friedrich Wilhelm I. förderte den Obstanbau in Preußen und ging auch selbst mit gutem Beispiel voran. Er verfügte, „dass bey allen Schlössern im Lande Obst-Gärten angeleget, und von denen Bauren die Stämme dazu geliefert werden.“  (aus: Protocoll der zu Oletzko in Gegenwart des Königs stattgefundenen Verhandlungen zur Einrichtung neuer Domainen. Act. Oletzko, den 6. July 1721).

Die Streuobstwiese   

Die Anordnung der Bäume nimmt die Symmetrie der Wegesternanlage auf und verweist so auf das von Peter Joseph Lenné (1789-1866) für Obstplantagen entwickelte Gestaltungsprinzip. Bepflanzt wird nur der hintere Teil des Grundstücks, um Platz für Veranstaltungen des Fördervereins am Backofen zu erhalten. Die Streuobstwiese soll das Grundstück beleben und selbst Anlass für Aktivitäten des Fördervereins geben, wie etwa Kinderführungen, ein Apfelfest oder die Herstellung von besonderen Produkten nach alten Rezepten, die den Besucherinnen und Besuchern angeboten werden. Ergänzt wird die Streuobstwiese durch Bienenstöcke, ein Insektenhotel und eine Erläuterungstafel zu den hier angebauten historischen Obstsorten.

Wir sind sehr froh darüber, dass seit dem Projektstart im April 2023 mittlerweile bereits für alle Obstbäume Baumpatenschaften vermittelt werden konnten und wir darüber hinaus auch freundliche Zuwendungen für das Projekt als solches erhalten haben. Gleichwohl werben wir weiterhin um Spenden speziell für das Streuobstwiesenprojekt, um annähernd die Kosten decken zu können. Aus den Beiträgen der Baumpatenschaften und dem Spendenertrag werden der Erwerb der Bäume, das Material für die Befestigung, die Bewässerung und die Baumpflege sowie die Verlegung eines Gartenwasseranschlusses auf dem Grundstück finanziert.

Baumpatenschaften können aber auch noch für die neu gepflanzten Linden an den Gestellen übernommen werden. Die Vergabe dieser Baumpatenschaften erfolgt unmittelbar durch die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten.

Die Obstbäume

Die Streuobstwiese soll aus folgenden alten Sorten bestehen, die bereits am Hof Friedrich Wilhelms I. serviert worden sein könnten oder sonst einen Bezug zum Jagdschloss Stern haben:

 Äpfel

    Rote Sternrenette

    Goldparmäne

    Roter Hauptmann

    Danziger Kantapfel

    Prinzenapfel

    Kaiser Wilhelm

 Birnen

    Grumkower Butterbirne

    Römische Schmalzbirne (=Fontanes Ribbecker Birne)

Pflaumen

    Mirabelle von Nancy

    Hauszwetschge

Quitten

    Konstantinopeler Apfelquitte

    Portugiesische Birnenquitte

Walnuss

    Kurmarker Walnuss 

Mit der Anpflanzung und Pflege der Streuobstwiese leistet der Förderverein  einen Beitrag zur Natur- und Landschaftspflege.

Zusammengefasst finden Sie alle Infos in diesem Flyer zum Projekt Streuobstwiese am Jagdschloss Stern.

Der Start des Projekts erfolgte bei der Saisoneröffnung am Sonntag, den 23. April 2023 mit einem Apfelbaum der alten Sorte „Rote Sternrenette“. Die weiteren Bäume sollen vom Spätherbst 2023 bis 2024 gepflanzt werden.