Mai 112017
 
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Der Frühling in diesem Jahr ließ bekanntlich auf sich warten. So verwunderte es nicht, dass auch die beiden Auftaktveranstaltungen des Fördervereins zum Saisonbeginn am 23. April und am 7. Mai 2017 mit widrigen Wettervorhersagen bedacht waren. Aber auch diesmal war der Himmel gnädig und bescherte trotz niedriger Temperaturen einige Sonnenstunden, so dass die zahlreichen Besucherinnen und Besucher zwei schöne Nachmittage bei Kaffee und Kuchen im Kastellanhausgarten erleben durften. Beide Male auch wieder mit frisch gebackenem Holzofenbrot aus dem wieder aufgebauten historischen Backofen.

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Musikalisch umrahmt wurden die Veranstaltung zur Saisoneröffnung mit traditioneller Jagdmusik der Jagdhornbläsergruppe Rehberge aus Berlin, während gewissermaßen zum Tanz in den Mai die Lehniner Klosterjäger einen bunten Strauß populärer Volksmusik darbrachten. Es ist schon bemerkenswert, zu welcher musikalischen Bandbreite die ursprünglich ja für die leichtere Verständigung bei der Jagd entwickelten Instrumente in der Lage sind. Ein herzliches Dankeschön an beide Musikgruppen für ihre gekonnten und das Publikum einbeziehenden Auftritte.

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Gemeinsam war beiden Veranstaltungen übrigens auch, dass uns unerwartet königlicher Besuch zuteil wurde. Bei der Saisoneröffnung beehrten uns König Friedrich Wilhelm I. und seine Gemahlin Sophie Dorothea, stilecht verkörpert von Mike Sprenger und Manuela Niemann, die nach einem Auftritt in Schloss Königs Wusterhausen einen spontanen Abstecher zum Jagdschloss Stern machten und sich einen Eindruck der Aktivitäten des Fördervereins verschafften. Seine Majestät der König war hiervon so angetan, dass er auch dem Auftritt der Langen Kerls am 7. Mai königlichen Glanz verlieh. Mit einem spontanen Appell hinter dem Jagdschloss zur öffentlichen Verlesung eines königlichen Jagdediktes aus dem Jahre 1724 wurde so der seinerzeitige Hausherr buchstäblich in Wort und Bild lebendig. Wir freuen uns schon darauf, den König beim schon avisierten weiteren Besuch zum Tag des offenen Denkmals am 10. September wieder am Jagdschloss Stern begrüßen zu können. Lautet doch das diesjährige Motto des Denkmaltages „Macht und Pracht“ und lässt sich so besonders eindrucksvoll veranschaulichen.

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Die königliche Familie und ihre Nachkommen waren auch Gegenstand einer Themenführung zur Musik bei den Hohenzollern, die sich dem bemerkenswerten musikalischen Schaffen dieser Dynastie von den Zeiten des Großen Kurfürsten bis hin zu Fürst Karl Friedrich von Hohenzollern mit seiner Jazzband „Charly and the Jivemates“ widmete. Ob dies dem Musikgeschmack des Königs FW I. entsprochen hätte, blieb im Zweifel, vermochte er dem Flötenspiel des Kronprinzen doch so gar nichts abzugewinnen. Aber wer weiß, vielleicht hätte er doch ganz heimlich mitgeswingt…

Die Veranstaltung am 7. Mai 2017 bot dann auch noch ein weiteres besonderes Ereignis. Wir konnten den 10.000. Besucher (genauer gesagt: eine Besucherin) der Führungen durch das Jagdschloss Stern seit der Wiedereröffnung im Jahr 2007 begrüßen. In den vergangen 10 Jahren haben so rund 1.000 Besucher/innen pro Jahr das Jagdschloss Stern besichtigt, eine stattliche Anzahl, gemessen an den nur in den Monaten April bis Juni und August/September an bestimmten Tagen möglichen Führungen. Statistisch erfassbar ist zudem nur die Zahl der verkauften Eintrittskarten für die Schlossführungen, während die Anzahl der Besucherinnen und Besucher der Veranstaltungen des Fördervereins noch um ein Vielfaches höher liegt. Dieser schöne Erfolg des ehrenamtlichen Engagements wurde auch von der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten gewürdigt. Die Direktorin der Abteilung Schlossmanagement der SPSG, Frau Kerstin Schilling, überreichte der 10.000. Besucherin ein Buchpräsent und zwei Freikarten für die aktuelle Fürst Pückler-Ausstellung im Schloss Babelsberg.

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Wir freuen uns über das anhaltende Interesse am Jagdschloss Stern und werden, soviel sei schon an dieser Stelle verraten, künftig auch für die außerhalb der Öffnungszeiten zum Jagdschloss kommenden Besucherinnen und Besucher ein besonderes Angebot bereitstellen. Näheres erfahren Sie noch vor der Sommerpause …

Feb 072017
 
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Auch im Jahr 2017 erwartet Sie ein interessantes und spannendes Veranstaltungsprogramm: neue Themenführungen durch das Jagdschloss, viel Kultur und Musik und natürlich leckere Kuchen sowie frisch gebackenes Brot aus dem historischen Backofen. Zum Jahresende wird wieder gejagt und gewandert.

Das ganze Jahresprogramm finden Sie hier.

Feb 012017
 
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Das gemeinsam mit der Revierförsterei Dreilinden veranstaltete Weihnachtsbaumschlagen am 17. Dezember 2016 ist erneut ein voller Erfolg gewesen.

Schauen Sie selbst, wie vergnügt der Wald bearbeitet wurde (klicken Sie auf die Bilder).

Viele wollten mehr über das Jagdschloss Stern, die Wanderwege in der Parforceheide und unsere Aktivitäten erfahren, und so freuen wir uns,

Ihr

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Förderverein Jagdschloss Stern

 

 

Merke: Man ist nie zu alt zum Laternelaufen!

Bleiben Sie gesund und munter bis dahin!

 

Sep 302016
 
Trio Scho

Wenn es ein gemeinsames Element gab, dann war es das schon fast sprichwörtliche Glück mit dem Wetter. Bei allen Veranstaltungen des Fördervereins war trotz manchmal schlechter Vorhersage am Ende doch alles gut. Sogar das Pfingstkonzert mit dem russisch-ukrainischen Trio Scho aus Berlin bot einen nicht nur meteorologischen Überraschungserfolg. Wegen des anfänglichen Dauerregens kurzerhand hinter das Kastellanhaus verlegt, brach die Sonne durch und ließ den Fliedergarten in schönstem Licht erstrahlen. Der Kaffee- und Kuchenstand im Schuppen und die unter tatkräftiger Hilfe der immer zahlreicher werdenden Besucher improvisierten Sitzgelegenheiten schufen einen ganz besonderen Rahmen für die Musiker, die unter einem nur kurzzeitig auch vor einem Schauer schützenden Sonnenschirm mit ihrer Musik begeisterten und sogar zum Tanzen animierten. Ein für alle Mitglieder und Gäste unvergessliches Erlebnis.

Pfingstkonzert 2016

Pfingstkonzert 2016

Doch der Reihe nach:

Schlossöffnung

Öffnen der Läden zum Saisonstart

Nach der traditionellen Neujahrswanderung mit Peter Ernst durch die Parforceheide zum Stahnsdorfer Friedhof folgte im April der

Führungssaisonauftakt mit frischem Holzofenbrot aus dem wieder aufgebauten historischen Backofen. Diese Veranstaltung wurde auch in diesem Jahr wieder gekonnt musikalisch umrahmt vom Hornbläserquartett der städtischen Musikschule „Johann Sebastian Bach“.

Saisoneröffnung 2016

Saisoneröffnung 2016

Tanz im Fliedergarten

Tanz im Fliedergarten

Hornbläserquartett der Stadt. Musikschule Potsdam

Hornbläserquartett der Stadt. Musikschule Potsdam

Zur Saisoneröffnung am Backofen

Saisoneröffnung am Backofen

Auch die weiteren Führungssonntage im Mai und Juni boten ein abwechslungsreiches Programm mit einer spannenden Vorführung der „Langen Kerls“ Friedrich Wilhelms I. und musikalischen Jagdszenen mit Vivaldis „La caccia“, gespielt von jungen Musikern der Voltaireschule Potsdam unter Leitung von und mit kundiger Erläuterung durch Dr. Michael Harald Krebs. Auch die anschaulichen Kinderführungen von Marlies Jachalke erfreuen sich immer wieder großer Beliebtheit bei unseren jüngsten Besuchern und ihren Eltern.

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Der Kuchenstand

Der Kuchenstand

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Lange Kerls am Schloss

Lange Kerls am Schloss

Langer Kerl

Sehr langer Kerl

Kinderführung

Vivaldis La Caccia Musiker der Voltaireschule Potsdam

Vivaldis La Caccia
Junge Musiker der Voltaireschule Potsdam

Erstmals wurde in diesem Jahr auch Theater im und am Schloss geboten. Ernstes Theater mit einem beeindruckenden Kammerspiel im Saal des Schlosses aus Anlass des 285. Todestags von Jacob Paul von Gundling, genial verkörpert durch den Schauspieler und Autor Christian Schramm (siehe auch den gesonderten Beitrag Hohe Schauspielkunst im Jagdschloss Stern). Heiter dann mit einem spätsommerlichen Freiluft-Theaterabend im August mit Commedia dell‘ Arte und Molieres „Die erzwungene Hochzeit“ dargebracht vom Berliner Bedlam Theater, das Potsdamer Schlössernacht-Atmosphäre vor der Kulisse des Kastellanhauses und dem illuminierten Jagdschloss zauberte.

Christian Schramm als Jacob Paul von Gundling

Christian Schramm als Jacob Paul von Gundling

 

 

Christian Schramm als Jacob Paul von Gundling

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Bedlam Theater

Theaterabend vor dem Kastellanhaus

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Commedia dell‘ Arte mit dem Bedlam Theater

 

Das illuminierte Jagdschloss

Einen musikalisch-intellektuellen Genuss der besonderen Art boten die beiden Konzerte von Martin Betz zum Frühling und Herbst mit virtuosem Cembalospiel und hintersinnigen eigenen Gedichten, die sich schon zu einem Klassiker im kulturellen Programm im Jagdschloss entwickelt haben (siehe hierzu auch den Beitrag Martin Betz im Schloss).

Martin Betz

Martin Betz „Im Mailand“

Martin Betz

Martin Betz spielt Cembalo

Martin Betz

und Schreibmaschine (aus: „Nun hebt sich auch das Herbsten an“)

Die Herbstsaison eröffnete der ebenfalls schon traditionelle Gottesdienst der Evangelischen Sternkirchengemeinde im Kastellanhausgarten, in diesem Jahr wieder als ökumenischer Gottesdienst zusammen gefeiert mit der katholischen Propsteigemeinde St. Peter und Paul und eindrucksvoll musikalisch gestaltet vom Posaunenchor der Sternkirchengemeinde und dem Gospelchor „Stimmt so!“ der Gethsemanekirche aus Berlin.

Gottesdienst

Gottesdienst im Kastellanhausgarten

Gospel Chor

Gospel Chor „Stimmt so!“ der Gethesemanekirche Berlin

Eine besondere Attraktion zum internationalen Denkmaltag mit dem diesjährigen Motto „Gemeinsam Denkmale erhalten“ bot eine anschauliche Präsentation von Mitarbeitern des Schirrhofs der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten vor dem Kastellanhaus zu traditionellen Handwerks- und Restaurierungstechniken. Einen ganz herzlichen Dank an dieser Stelle an die Stiftung für diese freundliche Unterstützung.

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Tag des offenen Denkmals 2016

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Den Höhepunkt und zugleich Abschluss der Führungssaison bildete dann auch in diesem Jahr das Herbstfest mit der nun bereits zum elften Mal in Folge veranstalteten Parforce Jagd des Brandenburger Hunting Clubs mit musikalischer Begleitung durch die Brandenburgischen Parforcehornbläser. Anders als zu Friedrich Wilhelms Zeiten werden heute aber keine Tiere mehr gejagt, sondern es handelt sich um eine Schleppjagd zu Pferde mit einer Hundemeute (in diesem Jahr der Böhmer Harrier Meute) hinter einer Duftfährte. Der Aufbruch zur Jagd und das abschließende Curee mit rohem Pansen für die Hunde und traditionellem Portweintrunk und Überreichung eines Bruchs aus Eichenlaub für die Jagdreiter, Hundeführer und Parforcehornbläser bieten aber einen Eindruck, wie solche Hirsch- oder Fuchsjagden früher abliefen. Die Jagdreiter genossen ebenso wie die zahlreichen Besucherinnen und Besucher bei schönstem Herbstwetter dieses beeindruckende Erlebnis. Und selbstverständlich gab es auch zum Abschluss der Saison wie an jedem Führungssonntag Kaffee und selbstgebackenen Kuchen der Mitglieder des Fördervereins und als Besonderheit wieder frisches Holzofenbrot aus dem Backofen und herzhafte Speisen und Getränke am Stand des Bürgervereins Steinstücken, dem an dieser Stelle nochmals ganz herzlich für seine großzügige Unterstützung gedankt sei.

 

Herbstfest 2016

Herbstfest mit Parforce Jagd des Brandenburger Huntingclub

Aufbruch zur Jagd

Ankunft der Meute

Sammeln der Jäger

Sammeln der Jäger und Hunde

Begrüßungstrunk

Begrüßungstrunk

Kastellanhausgarten

Im Kastellanhausgarten

Am Backofen

Großer Andrang am Backofen

Holzofenbrot

Frisches Holzofenbrot

 

Böhmer Harrier Meute

Nach der Jagd das Curée für die Hunde

Curée mit der Böhmer Harrier Meute

Böhmer Harrier Meute

Brandenburgische Parforcefornbläser

Die Brandenburgischen Parforcefornbläser

 

Schließen der Läden

Schließen der Läden zum Saisonende

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Der Förderverein Jagdschloss Stern-Parforceheide e.V. dankt auch den zahlreichen Gästen der Führungen und Veranstaltungen am Jagdschloss Stern, die das große öffentliche Interesse an diesem einzigartigen Gebäudeensemble und dem zwischenzeitlich hier etablierten Kulturprogramm belegen und  dem ehrenamtlichen Engagement Rückhalt und Ansporn geben. Zu Beginn des kommenden Jahres erwarten wir übrigens den oder oder die 10.000. Besucher/in der Führungen durch das Jagdschloss Stern seit der Gründung des Fördervereins im Oktober 2003. Die Anzahl der Besucherinnen und Besucher bei den Veranstaltungen des Fördervereins ist statistisch nicht erfassbar, liegt aber noch um einiges höher. So haben viele Menschen das Jagdschloss Stern und seine Umgebung kennen und lieben gelernt und werden gewiss auch künftig zahlreich hierher finden. Der Förderverein bietet vielfältige Möglichkeiten zu Freude machendem und Freunde schaffendem ehrenamtlichem Engagement und sucht weitere Mitwirkende und Unterstützer. Bei Interesse sprechen Sie uns gerne an.

 

Sep 292016
 
Sammeln der Jäger

Sammeln der Jäger

Ein sehr schön gestalteter Youtube-Beitrag von Uwe Granzow mit Impressionen der XI. Potsdamer Parforce Jagd des Brandenburger Huntingclubs mit der Böhmer Meute und den Brandenburgischen Parforcehornbläsern am Jagdschloss Stern. Der Förderverein sagt herzlichen Dank hierfür.

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Sep 082016
 
Das Kastellanhaus

 

Konzept für den Erhalt und die schrittweise Wiederbelebung des kulturhistorischen Denkmals „Kastellanhaus am Jagdschloss Stern“

August 2016

 

1. Kulturhistorische Bedeutung des Kastellanhauses

Die Parforceheide mit der noch teilweise erhaltenen Jagdanlage aus dem frühen 18. Jahrhundert, dem Jagdschloss Stern und dem ebenfalls aus dieser Zeit stammenden Kastellanhaus ist ein historisch wertvolles Ensemble.

Der im Oktober 2003 gegründete Förderverein Jagdschloss Stern-Parforceheide e.V. (Förderverein) unterstützt die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg (SPSG), um den Einwohnern der Landeshauptstadt Potsdam und auswärtigen Besuchern diesen besonderen Ort durch Führungen, kulturelle Veranstaltungen im Jagdschloss und auf dem angrenzenden Kastellanhausgrundstück sowie Wanderungen durch die Parforceheide nahezubringen. Der Förderverein beteiligt sich darüber hinaus an der Erhaltung bzw. dem Wiederaufbau historischer Objekte (Backofen, Schuppen, Schafstall, Pavillon, Heckenpflanzungen) und unterstützt die weitere Erschließung der Parforceheide als Wander- und Erholungsgebiet.

Das Kastellanhaus ist fester unverzichtbarer Bestandteil des Ensembles Jagdschloss Stern. Das wohl um 1730 errichtete denkmalgeschützte Gebäude ist das einzige in dieser Art noch erhaltene Bauwerk aus der Regierungszeit Friedrich Wilhelms I. und mit der 1732 für den ersten Kastellan erteilten Schankgenehmigung die nachweislich älteste Gaststätte Potsdams. Diese beiden Alleinstellungsmerkmale belegen die besondere kulturhistorische Bedeutung dieses Denkmals, dessen Erhaltung und Wiederbelebung im gemeinsamen Interesse von SPSG und Förderverein liegt. Dabei möchte der Förderverein die SPSG aktiv unterstützen.

Das unrestaurierte Gebäude steht seit 1992 leer, ist bautechnisch gesichert, aber sichtbar dem schleichenden Verfall preisgegeben (Dach, Schornsteinköpfe, Außenputz, Holzteile usw.). Ein externer Investor konnte bislang nicht gefunden werden.

Besucher und Anwohner, deren Zahl durch Wohnungsneubau erheblich gewachsen ist, wünschen eindringlich ein wiedereröffnetes Kastellanhaus als traditionelle Gast- und Begegnungsstätte. Der Förderverein benötigt einen festen Ort für seine Zusammenkünfte und vor allem für kleine Veranstaltungen und Ausstellungen, um seine Möglichkeiten zur Wahrnehmung seiner Aufgaben und das kulturelle Angebot erweitern zu können. Die Errichtung der für die Besucher des Jagdschlosses und Veranstaltungen des Fördervereins dringend benötigten Toiletten ist nach Aussage der SPSG nur im Zusammenhang mit einem wieder bewohnten und genutzten Kastellanhaus möglich.

2. Konzept zur schrittweisen Instandsetzung des Gebäudes und Nutzung durch den Förderverein

Aus Sicht des Fördervereins bedarf es dringend einer grundlegenden baulichen Außen- und Innensanierung des Hauses, die von der SPSG als Eigentümerin und Verkehrssicherungsverpflichtete unabhängig von der späteren Nutzungsart durchzuführen ist, um weitere Schäden an der historischen Substanz abzuwenden. Ein weiteres Zuwarten auf einen potentiellen Investor, der zur Sanierung des Objekts bereit wäre, erscheint nicht mehr vertretbar. Insbesondere die Schäden am Dach, an der Holzkonstruktion des Eingangsbereichs sowie am Außenputz im Sockelbereich müssen dringend beseitigt werden, um ein (weiteres) Eindringen von Feuchtigkeit in das Gebäude zu verhindern.

Um einen weiteren Verfall des Kastellanhauses abzuwenden und möglichst bald das Gebäude wieder nutzbar zu machen, schlägt der Förderverein ein pragmatisches schrittweises Vorgehen vor.

Schritte zur Herrichtung des Gebäudes

Begutachtung des Gebäudes durch Baufachleute und Festlegung der notwendigen Instandsetzungsmaßnahmen,
Beseitigung der sichtbaren Schäden im Außenbereich (Dach, Putz, Holzkonstruktion),
Erneuerung der Elektroinstallationen, der Wasserinstallationen, der Abwasserentsorgung und der Toiletten im Gebäude; ggf. Schmutzwasserentsorgung über vorhandene abflusslose Sammelgrube (vgl. Bauvorbescheid vom 21. Januar 2002),
Einbau von Toiletten im restaurierten Stallgebäude.

b) Nutzung des Gebäudes durch den Förderverein

Mögliche Nutzung der Räume im Hauptgeschoss (frühere Gast-Stuben):

  1. zur Gestaltung von Ausstellungen zur Geschichte des Ensembles am Jagdschloss Stern, des Kastellanhauses und zur Parforceheide und hierauf bezogene Veranstaltungen, auch mit Unterstützung von Dritten. Aus langjähriger Erfahrung bei den vom Förderverein durchgeführten Führungen und Veranstaltungen lässt sich ein großes Interesse der Besucherinnen und Besucher an der nicht nur auf das Jagdschloss als solches bezogenen Geschichte des Ortes belegen. Zudem besteht ein besonderes Bedürfnis nach anschaulichen Darstellungen und Objekten, die nicht im Jagdschloss selbst ausgestellt oder präsentiert werden können (z.B. historische Jagdutensilien und -trophäen, alte Ansichten des Kastellanhauses und der Umgebung, bei der Ausgrabung des Backofens gefundene Gegenstände usw.). Neben einer ggf. in Kooperation mit der SPSG oder dem Potsdam-Museum zu errichteten Dauerausstellung sind auch temporäre Ausstellungen zu naturkundlichen Themen oder zur Landschaftsgestaltung denkbar, die ebenso auf großes Interesse stoßen werden. Auch für die Betreuung von Kindergarten- und Schülergruppen im Rahmen von Sonderführungen bietet sich ein Raum mit „Objekten zum Anfassen“ besonders an. Die Ausstellung wäre zunächst an den Veranstaltungstagen des Fördervereins bzw. zu den Sonderführungen zugänglich. Ggf. läßt sich mittel- bis langfristig auch eine erweiterte Öffnung bzw. Integration in ein späteres Gaststättenkonzept realisieren.
  2. für die Kaffee- und Kuchenausgabe bei den öffentlichen Veranstaltungen des Fördervereins bei schlechtem Wetter und dann ggf. auch als Sitzgelegenheit oder Unterstand für die Gäste.
  3. als Pausenraum für die Vereinsmitglieder und insbesondere als Garderobe für die auftretenden Künstler. Das Fehlen einer entsprechenden Räumlichkeit am Jagdschloss als Garderobe wird bei nahezu allen Veranstaltungen mit Musik oder anderen Darbietungen als sehr störend empfunden und die Nutzung des Lagerschuppens im Hofbereich – ebenso wie auch die fehlende Sanitäreinrichtung – als unzumutbar bezeichnet.
  4. für Mitgliederversammlungen des Fördervereins und als Seminarräume zur Nutzung durch andere Vereine oder Initiativen in Absprache mit der SPSG bzw. durch die SPSG selbst. Damit könnte das Kastellanhaus wieder als Ort der Begegnung im Stadtviertel etabliert werden.
  5. ggf. im Obergeschoss ein Büro und Besprechungszimmer für Vereinszwecke und Unterbringungsmöglichkeit für das Vereinsarchiv, die Vereinsakten oder die Broschüren zum Jagdschloss, die schon wegen des schwankenden Raumklimas im Lagerschuppen nicht dort gelagert werden können.

c) weitere Sanierung und künftige Nutzung

Die Sanierung des Obergeschosses und des Kellergeschosses kann dann in weiteren Schritten vorgenommen werden. Als Übergangslösung bis zur Wiederaufnahme eines Gaststättenbetriebs könnte der ehemalige Küchenbereich im Kellergeschoss für die Lagerung und Zubereitung von Speisen und Getränken für die Einrichtung eines Sommergartens/Biergartens in den Sommermonaten durch einen externen Betreiber genutzt werden. Da die historische Gaststätte nicht nur den Innenbereich, sondern auch den Außenbereich umfasste, wäre dies ein Schritt zur Wiederherstellung der ursprünglichen Nutzung. Ggf. findet sich als Betreiber eines Sommergartens/Biergartens ein geeigneter Gastwirt, der später einen Gaststättenbetrieb z.B. nach dem Muster des Brauereiausschanks im Forsthaus Templin einrichten kann.

3. Vorschlag zum weiteren Verfahren

Bildung einer ständigen Arbeitsgruppe aus Vertretern der SPSG und des Fördervereins, in der beginnend mit einer Begutachtung des baulichen Zustands die notwendigen Instandsetzungsmaßnahmen und Möglichkeiten zur Nutzung des Gebäudes besprochen und abgestimmt werden.

Der Förderverein würde es sehr begrüßen, wenn schon bis zum Tag des offenen Denkmals am 11. September 2016 mit seinem schönen Motto „Gemeinsam Denkmale erhalten“ eine grundsätzliche Verständigung über ein gemeinsames Vorgehen erzielt werden könnte.

Aug 162016
 

Man kann es nicht allen recht machen, am wenigsten dem eigenen Sohn:

Er baute in seiner Residenz die ganze Friedrichstadt und besetzte die alten Festungswälle mit Häusern. Er gründete und bevölkerte die Stadt Potsdam. Nicht das kleinste Bauwerk errichtete er für sich, sondern alle für seine Untertanen. Kurfürstenstraße_4_05-2015-1Die Architektur unter seiner Regierung ist durchweg vom holländischen Geschmack verdorben. Es wäre zu wünschen gewesen, daß die großen Summen, die der König auf Bauten verwandt hat, in die Hände von geschickteren Architekten gelangt wären. Er teilte das Schicksal aller Städtegründer, die nur auf die Solidität ihrer Schöpfungen bedacht waren und darüber meist die Schönheit, die mit denselben Mitteln erzielt werden könnte, außer acht ließen.

Friedrich II., Denkwürdigkiten zur Geschichte des Hauses Brandenburg, Sitten und Gebräuche unter dem Hause Hohenzollern

Jul 032016
 
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Was als Leseabend zu Jakob Paul von Gundling angekündigt war, entpuppte sich als Zeitreise an den Hof Friedrich Wilhelms I. In einer beeindruckend intensiven Darstellung verkörperte der Schauspieler und Autor Christian Schramm jenen Jakob Paul von Gundling, hochgelehrter und von König hochgeehrter Professor und Präsident der Preußischen Akademie der Wissenschaften und doch ein gebrochener Mann und Spielball der Mächtigen am Hofe.

Der mit 45 Besuchern ausverkaufte Saal wurde Zeuge eines intimen Kammerspiels um die Auseinandersetzung Gundlings mit seinem Herrn und König, einer Hassliebe, die Christian Schramm weit über das Vordergründige des immer wieder brutal gemobbten Hofnarren hinaus als Konflikt zwischen Absolutismus und Aufklärung interpretierte. Geradezu körperlich erlebbar wurden das Seelenleben Gundlings im Wechselbad der Gefühle und seine Qualen, die er im Tabakskollegium und bei der Jagd zu erleiden hatte, bis zu seinem Tod mit dem makabren Schauspiel der Beisetzung in einem Weinfass als letzter, endgültiger Demütigung.

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„So schafft man Ruhe im Land“, war das bittere Motto des Abends. Und doch gelang es Christian Schramm, diese beklemmenden und historisch verbürgten Episoden aus dem Leben Gundlings künstlerisch so zu brechen, dass es als Schau-Spiel für die Zuschauer am Ende noch ertragbar blieb. Minutenlanger Beifall krönte diese herausragende schauspielerische Leistung.

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Jun 272016
 

فـريـدريــــــــــــــــــــش فيـــل ِهـــــــلم ول

كان فريدريش فيلهيلم ولي العهد. هذا يعني أنه كان سيصبح الملك فريدريش فيلهـلم ا ول بعد وفاة والده. وسيستحوذ على سلطة مطلقة.

عندما كان يافعاً رأى كيف كان والده يحكم الب د بطريقة سيئة. كانت الب د فقيرة. رمل شيئ ينمو به تقريباً. ذهب في ا رض و فضة أو أحجار كريمة. و شوارع أو قنوات جيدة. كان يوجد فقط القليل من الناس الذين يستطيعون أن يفعلوا شيئاً. كان ا ب فريدريش ا ول دائماً يحضر رساماً ليرسمه بالتاج والمعطف الملكي. لقد قام ببناء العديد من القصور الفخمة التي لم تكن ضرورية. كان ينظم احتفا ت مع ألعاب نارية باهظة التكاليف. وكان وزراؤه ومستشاريه يتملقونه دائماً قائلين له كم هو جيد، ولكنهم لم يفعلوا شيئاً لنصحه ومساعدته. ازداد فقر الناس في الب د وتفاقم الفساد بين الوزراء، كما ازدادت ديون الملك. أراد ا بن ولي العهد أن يساعد أباه لكي يصبح ملكاً أفضل. أراد أن يشاركه الحكم لكنه لم يسمح له بذلك، مما جعله يحزن كثيراً على أبيه.

بعد وفاة الملك فريدريش ا ول واست م فريدريش فيلهـلم ا ول الحكم سلك سلوكاً مختلفاً تماماً.

هو بالذات عاش متواضعاً جداً. لم يعد يوجد في زمنه احتفا ت أوألعاب نارية، ولم يقم ببناء أية قصور، بل قام ببيع أو تأجير القصور التي ورثها عن أبيه. كان يلبس دائماً لباس الجندي الرسمي البسيط. قام بإنشاء أبنية ذات فائدة للدولة وللشعب كالبيوت السكنية والمؤسسات والمعامل والثكنات العسكرية والكنائس. لقد استثمر كل المال الذي حصل عليه من أجل تطوير ب ده. واحتاج بذلك إلى أناس للمساعدة، كالف حين والحرفيين والمهندسين. وقد تم استدعاء ا جانب المؤهلين إلى الب د. كان عليهم أن يشيدوا الطرقات والقنوات وأن يجففوا المستنقعات وأن يصبح الرمل خصباً. وكل ما احتاجه الناس كان يجب أن يصنع في الب د، أن يستورد من الخارج. قام بتشكيل إدارة الدولة من موظفين حكوميين مخلصين ومجدين وا هم من ذلك يمكن رشوتهم ويقومون بواجباتهم بكل عناية. وشكل جيشاً، ليغزو بلداناً أخرى وإنما للدفاع عن بلده. و ن جيشه كان قوياً جداً لم يكن مضطراً لخوض أي حرب. كان همه فقط أن يؤمن عم ً للناس ليعيشوا حيا ًة أفضل. فقام بسن قوانين جديدة. كما عين قضاة يمكن رشوتهم. بعد زمن قصير تحرر من كامل ديونه. وفي غضون جيل واحد حول الب د من دولة فقيرة ومتخلفة إلى أخرى حديثة من أقوى بلدان أوروبا.

لقد أراد أن يكون كل مواطن صادقاً ومجتهداً وجيداً. فعمل من نفسه قدو ًة ومث ً أعلى للجميع. لم تكن ا عتقادات الدينية للناس ذو أهمية بالنسبة له طالما أنهم مواطنون صالحون ومتعاونون لتحسين حالة المجتمع.

لقد أثرهو، أي الملك فريدريش فيلهـلم ا ول، بمستقبل ب ده ربما لمائة سنة بثورته التي قام بها من موقعه في ا على. إن ألمانيا ا تحادية اليوم ماتزال تحتفظ بالكثير مما فكر به في ذلك الوقت وقام بتنفيذه.IMG_3117

لقد قام بعد ذلك فع ً ببناء قصر. على الرغم من انه كان لمنفعته هو فقط وليس لمنفعة الدولة والشعب. إنه „نجمة قصر الصيد“. وهو صغير ومتواضع جداً لدرجة أن الناس اعتقدوا بأنه غرفة العمال الذين سيبنون القصر.

„نجمة قصر الصيد“ تذكرنا: كيف عاش هذا ا نسان الملك صاحب الفضل الكبير على ألمانيا.

→PDF

übersetzt von Abir Jourieh

Friedrich Wilhelm war Kronprinz. Das heißt, er würde nach dem Tod seines Vaters König Friedrich Wilhelm der Erste werden. Mit absoluter Macht. Schon als Junge sah er, wie schlecht sein Vater das Land regierte. Das Land war arm. Nur Sand, in dem fast nichts wuchs. Kein Gold im Boden, kein Silber, keine Edelsteine. Keine guten Straßen und Kanäle. Nur ganz wenig Menschen, die etwas konnten.Der Vater, König Friedrich der Erste, ließ sich immer wieder malen mit Krone und Königsmantel. Er baute viele teure Paläste, die zu nichts nötig waren. Er veranstaltete Feste mit teuren Feuerwerken. Seine Minister und Berater erzählten dem König immer wieder, wie gut er war, aber sie taten wenig, um ihm zu helfen. Die Menschen im Land wurden immer ärmer, die Minister immer korrupter. Und der König hatte immer mehr Schulden.

Der Sohn und Kronprinz Friedrich Wilhelm wollte seinem Vater helfen, ein besserer König zu werden. Er wollte mitregieren. Aber man ließ ihn nicht. Friedrich Wilhelm war sehr unglücklich über seinen Vater.

Als König Friedrich der Erste starb und Friedrich Wilhelm der Erste König wurde, machte er alles anders. Er selbst lebte sehr bescheiden. Es gab keine Feste und Feuerwerke mehr. Er baute keine Paläste. Er verkaufte oder vermietete die meisten Paläste, die er von seinem Vater geerbt hatte. Er trug immer nur eine einfache Soldatenuniform. Er baute nur Gebäude, die für den Staat oder die Menschen nützlich waren: Wohnhäuser, Fabriken, Verwaltungsgebäude, Kasernen, Kirchen. Er steckte alles Geld, was er einnahm, in die Modernisierung seines Landes. Und er brauchte Menschen, die mithelfen konnten: Bauern, Handwerker und Ingenieure.

Ausländer, die etwas konnten, wurden eingeladen, ins Land zu kommen. Es mussten Wege und Kanäle gebaut werden. Sümpfe mussten trocken werden, der Sand musste fruchtbar werden. Was man brauchte, sollte im Land hergestellt werden, nicht aus dem Ausland importiert.

Er baute eine Verwaltung des Staates auf mit Beamten, die treu und fleißig und vor allem unbestechlich waren und ihre Aufgabe sorgfältig erfüllten. Er baute eine Armee auf. Nicht, um andere Länder anzugreifen, sondern um sein Land zu verteidigen. Weil seine Armee besonders stark war, brauchte er keine Kriege zu führen. Er war nur damit beschäftigt, den Menschen Arbeit zu geben und sie besser leben zu lassen. Er gab ihnen moderne Gesetze. Er sorgte für unbestechliche Richter. Bald hatte er keine Schulden mehr. Aus einem armen, rückständigen Land machte er in einer Generation ein modernes Land, eines der mächtigsten in Europa.

Er wollte, dass jeder ehrlich, fleißig und gut sei. Er selbst wollte allen ein Vorbild sein, aber dabei war er ungeduldig und seinem Sohn gegenüber ungerecht.

Welchen Glauben die Menschen im Lande hatten, fand er nicht wichtig, wenn sie nur gute Staatsbürger waren und mithalfen, dass es allen besser ging.

Er, König Friedrich Wilhelm der Erste, hat in einer Revolution von oben sein Land vielleicht hundert Jahre in die Zukunft bewegt. Die heutige Bundesrepublik Deutschland hat noch Vieles, das er sich damals ausgedacht und durchgesetzt hatte.

Aber dann hat er sich doch noch ein Schloss gebaut, obwohl das nur ihm selbst nützte, nicht dem Staat und den Menschen. Das Jagdschloss Stern. Es ist so klein und bescheiden, dass die Menschen glaubten, es wäre nur die Bauhütte.

Das Jagdschloss Stern erinnert uns daran, was für ein Mensch dieser König war, dem Deutschland so viel verdankt.

Mai 052016
 
Hanno Wupper

Auf der Suche nach der Mitte von Berlin*, die ja möglicherweise gar nicht in Berlin Mitte liegt, und die man darum vorsichtig einkreisen muss, fuhr ich jahrelang mit dem Rad in der Brandenburger Umgebung von Berlin herum, wo ich viele schöne, aber auch viele seltsame Orte entdeckte. Besonders beeindruckten mich absurde, nicht sehr menschenfreundliche Verkehrsbauwerke in der Gegend um Güterfelde und Großbeeren.

Ein "Selbstversuch" auf der alten Landstraße 40: Peter Ernst beweist, dass die neue parallel geführte Landstraße 40 neu nach Autobahnstandard zur Entlastung des Ortskerns von Güterfelde unverzichtbar ist.

Ein „Selbstversuch“ auf der alten Landstraße 40: Peter Ernst beweist, dass die neue parallel geführte Landstraße 40 neu nach Autobahnstandard zur Entlastung des Ortskerns von Güterfelde unverzichtbar ist.

Dass ich mich dort mitten in der Parforceheide und ganz in der Nähe unseres Jagdschlosses befand,  war mir nie klar. Zu sehr war ich damit beschäftigt, lebend aus dem Geschlinge von Schnellstraßen herauszukommen.

Damals hatte Peter Ernst schon seinen Beitrag ‚Die Parforceheide – eine Landschaft im Wandel‘ veröffentlicht; aber den kannte ich noch nicht. Man kann ihn hier nachlesen. Dort findet man außer nebenstehendem Bild auch interessantes Kartenmaterial.

Peter Ernst und ich haben dieselbe Gegend aus verschiedenen Blickwinkeln erlebt, ohne voneinander zu wissen. Hier zum Vergleich die entsprechenden Stellen aus meinem Buch:

In und um Großbeeren dagegen sind allerlei ehrgeizige Bauprojekte fertig geworden. Der Ort ist nur klein, aber sein Bahnhof ist vom Zentrum durch ein riesiges Geschlinge autobahnähnlicher Bundesstraßen getrennt. Bevor Sie sich in den Kopf setzen, Großbeeren mit dem Zug zu besuchen, schauen Sie sich das Verkehrsbauwerk unbedingt auf einem Satellitenbild an und stellen Sie sich vor, wie Sie es überqueren müssten! Dann lassen Sie von diesem Wahnsinnsplan ab.

Von Potsdam aus führte seit preußischen Zeiten eine schnurgerade Großbeerenstraße durch Güterfelde nach Großbeeren. Dann kam die Wende, und als Zeichen der Befreiung wurde diese Straße wie viele andere im Osten gut ausgebaut und ordentlich asphaltiert. Sie erinnern sich: Solidaritätszuschlag, blühende Landschaften und so.

Dann aber zog Bonn nach Berlin um, und eine vom Eisernen Vorgang befreite Bundeshauptstadt braucht nicht nur einen visionär geplanten Großflughafen, sondern auch ein ebensolches Autobahnnetz. Nicht kleckern, sondern klotzen! So wurden auch Potsdam und Großbeeren durch eine Autobahn verbunden. Jedenfalls durch eine Landstraße, die aussieht wie eine Autobahn, Kreuzungsbauwerke und Ausfahrten hat hat wie eine Autobahn und benutzt wird wie eine Autobahn. Dass sie nicht so heißen darf, hat mit dem Umweltschutz zu tun. Die alte, runderneuerte Großbeerenstraße ist dadurch mehrfach unterbrochen, und man muss weitläufige, verwirrende Umwege in alle Himmelsrichtungen fahren, sowohl, wenn man mit dem Auto auf diese neue Schnellstraße gelangen will, als auch, wenn man sie mit dem Fahrrad meiden will.

Wenn man sich dann endlich Großbeeren nähert, führt die neu ausgebaute alte Straße kilometerweit ganz dicht neben der noch neuer ausgebauten neuen her: Straßenbau im fernen Osten und Straßenbau in Hauptstadtnähe zum direkten Vergleich unmittelbar nebeneinander.

In Berlin aber gibt es zwei Großbeerenstraßen. Die eine führt ordentlich Richtung Großbeeren, bis auch sie sich im dortigen Autobahngeschlinge verstrickt. Die andere führt zum Kreuzberg und erinnert an  eine Schlacht.

Und etliche Seiten später, auf dem Weg zum Stern:

Von Norden kommend, haben wir nach diesem filigranen Grenzgebiet bei Kohlhasenbrück unser Ziel schon fast erreicht. Wären wir von Westen gekommen, hätten wir von Großbeeren an all diese Verkehrsbauwerke aus den Zeiten Hitlers, der DDR mit ihren Transitstrecken, der neuen Bundesländer und der Hauptstadtnähe meistern müssen: ein grandioses Freilichtmuseum von Verkehrsplanungen, die sich gegenseitig den Weg versperren, gelegen im lieblichen, menschenleeren Brandenburg. Von Süden aus ist die Herausforderung noch größer: Da durchsetzen Kreuzungsbauwerke, Sackgassen, Kreisverkehre, Fußgängerstraßen und eine Straßenbahnlinie mit Wendeschleifen ein ehemals futuristisches Wohngebiet. Die schnurgerade Waldschneise von Kohlhasenbrück genau nach Süden bis zum Stern heißt Kohlhasenbrücker Gestell. Die ebenso schnurgerade ehemalige Schneise vom Stern nach Südwesten heißt Sternstraße und hat wegen solch moderner Verkehrsplanung sechs Enden.


*) Hanno Wupper: Suche nach der Mitte von Berlin – Eine Annäherung von j.w.d.
Nimwegen 2015, ISBN 978-3-7375-6119-8
, 216 Seiten, € 15,00.

Das Buch ist an Öffnungstagen an der Kasse des Jagdschlosses erhältlich, kann aber auch über den Buchhandel bestellt werden. Im ostpreußischen Restaurant Marjellchen liegt es auf Vorrat.